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19.10.17 :: 12:42:08

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Hier möchten wir Euch einmal einen besonderen Artikel vorstellen,
der ASV Lippstadt hat einen Interessengruppe Gewässerschutz und das schon seit vielen Jahren.

Diese Gruppe kümmert sich um die landschaftliche Pflege und ist auch für Aktionen verantwortlich die den Gewässern selbst zu Gute kommen.
Von den Gewässern und Mitgliederzahlen her kann man sagen, ist uns dieser Verein sehr ähnlich, aber schaut es Euch mal selbst an www.asv-lippstadt.de.

Nun zum Artikel:

Im November 2012 gab es einen Brief an die Mitglieder in dem dieses Schreiben zum Thema "Wie bekommt man mehr Fisch in den See?" enthalten war.
Ergänzend zu diesem Schreiben möchten wir Euch nun auch einmal die Sichtweise des ASV-Lippstadt's  zum Thema Strukverbesserung in Baggerseen hier nahelegen, es ist ein wirklich tolles Werk!

Vielen Dank an den ASV Lippstadt, dessen freundliche Genehmigung wir erhalten haben, diesen Artikel hier ebenfals online stellen zu dürfen.


Liebe Leser, Angler, Naturfreunde, Interessierte,

anlässlich einer Abschußgenehmigung auf 5Kormorane und der Außerkraftsetzung, initiiert durch eine
lagenser SPD-Politikerin, möchte ich hier einmal auf einen Film aufmerksam machen, der vom
Landes-Fischerei-Verband Bayer in Auftrag gegeben wurde und kürzlich beim internationalen
Filmwettbewerb Jagd und Natur der Messe Dortmund, von einer Jury aus Jägern, Naturfreunden
sowie Fachjournalisten ausgezeichnet wurde.

Was vielen Menschen bei uns nicht klar zu sein scheint, es dreht sich auf der einen Seite um die Vernichtung
eines Lebensmittels und auf der anderen Seite um den Schutz eines nicht heimischen Vogels.

Wir können auch sagen, es wird ein Tier geschützt, das in unserer Natur keine natürlichen Feinde hat und dafür
werden ganze Fischarten geopfert, die hier heimisch sind, bzw. in einigen Bereichen bereits waren.

Ein Fall, wie ich finde, bei dem sich der Naturschutz, der Artenschutz und der Tierschutz gegenseitig die Augen ausstechen.
Allzugern wird aber der Angler genannt, dem der Kormoran um sein Vergnügen bringe und deshalb nach seinem Leben trachte,
welche falsche Aussage, tragen alle Fischer, sei es Angler oder auch die kommerziellen Binnenfischer zum Erhalt der Natur
und Artenvielfalt bei, weil sie wissen, wir sind nur Gast in der Natur.


Meiner Meinung nach wird dieses Thema politisch ausgeschlachtet, schließlich geht es auch um Wählerstimmen,
nur leider auf Kosten der Natur. Aber davon weiß der unwissende Tierschützer wahrscheinlich zu wenig.

Wir alle können etwas zur Situation beitragen, wenn wir unser Wissen erweitern, in Dialog mit den einzelnen Gruppen gehen
und versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden.

Deshalb meine Bitte, schaut Euch einmal diesen Film an und diskutiert darüber.



Petri heil

Hagen Siedler

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Liebe Mitglieder,

schon häufiger und besonders nach Hegefischen wurde gefragt "Wie sieht der der Besatz 2011 aus?".
Eine berechtigte Frage seitens unserer Mitglieder denn Sinn und Zweck unserer Gemeinschaft ist in erster Linie der Fang von Fischen und deren Verwertung. Als Euer Gewässerwart nehme ich diese zentrale Aufgabe sehr ernst und habe mich schon im letzten Jahr eingehend mit dieser Frage beschäftigt.
Anfangs, da sah ich genau so ins Wasser wie Ihr und fing nur selten nennenswert große Fische. Also befürwortete ich 2010 einen nicht unerheblichen Besatz nach bestem Gewissen, aber ohne Wissen!

Heute kann ich sagen, dass wir das in all den Jahren zuvor eigentlich den Besatz, aus meiner Sicht, nicht richtig gemacht haben! Man könnte auch sagen, wir haben es völlig falsch gemacht obwohl naheliegende bio- und vor allem logische Zusammenhänge einem jedem hätten klar sein sollen.

Dabei sei ganz klar gesagt, dass ich vermute, dass die Absichten durchaus gut gemeint waren! Nun denn :

Stellen wir uns mal ein Aquarium vor, 100x50*50cm mit 200L Fassungsvermögen. Dahin stecken wir mal 10 Rotaugen von jeweils 10cm Länge und dazu noch 100 Würmer als Nahrung die sich im Bodensubstrat vermehren sollen. In diesem Beispiel gehen wir mal davon aus, das funktioniert recht gut. Nun wachsen die Fische aber und brauchen mehr Nahrung. Aber mehr Nahrung gibt es nicht. Die Folge ist Unterernährung, Verkümmerung. Also stecken wir einen Hecht hinein, der soll sich des Problem annehmen. Das macht er und zwar genau so, dass für die Rotaugen genug Würmer da sind und der Hecht fett und faul in seiner Höhle liegt. Ein wunderbarer Kreislauf.

So ungefähr und ganz vereinfacht funktionieren auch unsere Seen.
Wir haben aber den Angler vergessen, der kommt nun vorbei und fängt ein schönes, großes Rotauge. Das ist nicht schlimm, die anderen Rotaugen vermehren sich und der Kreislauf ist nicht weiter gestört. Aber, der Angler entnimmt noch ein paar Rotaugen und einen davon als Köderfisch und fängt den Hecht. Nu iss das Becken fast leer und der Angler denkt sich, „ na dann besetze ich doch mal neu und dann lass ich die Fische wieder wachsen!“.

Der Unterschied zu unseren Seen ist der, dass man in das Aquarium hinein schauen kann und dazu noch einen recht guten Überblick hat, so weiß der Kollege aus dem Beispiel wie viel Fisch in das Becken hinein passt.
Wenn er aber nicht weiß wie viele Fische noch im Becken sind und gibt jedes Jahr die gleiche Menge in das Becken, dann wird es irgendwann ziemlich eng darin. Der größte Teil der Fische liegt tot am Boden und verrottet dort. Der Hecht ist schon lange satt, und in zwischen hat der auch Nachwuchs bekommen und auch der ist satt weil er sich nicht entwickeln kann. Sauerstoff fehlt, die Ausscheidungen aller Fische und Würmer verderben ihm den Geschmack, der Schlamm steigt an, das Wasser entwickelt komische Algen und eigentlich sieht sein Frühstück schon ziemlich verschimmelt aus, weil sich Pilze auf der zerstörten Schleimhaut seiner Opfer gebildet haben.

Ein Szenario, das wir eigentlich kennen - direkt aus unseren Seen. Wenn es noch eine Hitzeperiode gibt, dann ist zumindest der Meschesee kurz davor "umzukippen". Das heißt, dass schlagartig kein Sauerstoff im See ist weil z.B. Blaualgen diesen Tagsüber aufzehren.

Nun, Fehler sind dazu da, dass man aus ihnen lernt!
Ich kann also nicht einfach irgendwelchen Fisch nehmen und den in den Seen werfen. Erstmal muss der Fisch zu unseren Gewässern passen. D.h. wir können nicht ungestraft Haie, Störe oder Welse besetzen. Und nach einem Besatz braucht der Fisch neben einer gesunden Wasserqualität auch noch Nahrung, Nahrung die in dem See wächst, und zwar genug davon.

Lange Rede ~ kurzer Sinn
Aus diesen Erkenntnissen und Gesprächen mit anderen Gewässerwarten, den Beratern vom Landesfischerei-Verband wird 2011 erstmal eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Dazu werden Ende August / Anfang September verschiedene Untersuchungen mit dem LFV durchgeführt. Aus diesen Ergebnissen wird ein Besatzplan erstellt, der zusammen mit den Fangergebnissen in eine gesunde Zukunft unserer Seen führen soll. Man nennt dies "Nachhaltige Fischereibewirtschaftung" und bedeutet in etwa eine Fischerei mit Besatz im Einklang mit der Natur. Um es ganz deutlich zu sagen, das heißt nicht, dass in Zukunft die Fänge zurückgehen werden! Im Gegenteil Eure Fänge sollen eine bessere Qualität erreichen ~ Klasse statt Masse! Ich denke das ist in Eurem Sinne, was sollte auch dagegen sprechen?

Nun, zum einem heißt das, das dieses Jahr kein Besatz stattfinden kann. Der wird, sofern überhaupt nötig für das Frühjahr 2012 geplant. Als nächstes müssen wir alle als Verein unsere Gewässer von allen möglichen Belastungen schützen und wenn möglich befreien. Das bedeutet ein Umdenken beim Anfüttern, der sorgsame Umgang mit Müll und auch eine gewissenhafte Entnahmepflicht. Ja und als letztes muss die Bereitschaft in Euch wachsen, diese Veränderungen anzunehmen, Euch ebenfalls um die Gewässer- / Landschaftspflege zu kümmern und dies nicht allein in den Händen weniger zu belassen. Dann gibt’s auch dicke Fische!

Ich sehe das als grobes Konzept, denn natürlich sind die alle Faktoren zusammen nicht so einfach zu erklären.

Petri heil

Hagen

Liebe Freunde der Angelkunst,

nehmt Euch etwas Zeit, hier hat der Phillip einen super tollen Bericht verfaßt, von dem sicher auch "alte Fischer" noch etwas lernen können!

Von mir aus, herzlichen Dank und ein "großes Respekt!" an Phillip !

Hagen

Wobblerbau.pdf (ca 300KB)

Zur Ermittlung von Gewicht oder Länge eines Fisches können Sie hier den Fischrechner herunterladen:
» zum Download

Freie Software von www.duodata.de/anglersoftware

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